Tagebau Berzdorf

In der Lausitz, bei Berzdorf wurde 1835 mit dem Braunkohleabbau mittels kleiner Tiefbauschächte begonnen. Erst die zunehmende Technisierung machte es möglich, die Kohlelagerstätten ab dem Jahr 1922 als offenen Tagebau weiter zu führen. So wurden in der Folgezeit am Tagebaurand u. a. ein Hochbunker mit Sieb- und Verladeanlage sowie eine Kettenbahn als Fördereinrichtung vom Tagebau zum Hochbunker gebaut.

 

Die gegen Ende des 19. Jahrhunderts erreichte Kohlefördermenge von 10.000 bis 15.000 t Kohle pro Jahr konnte mit der immer weiter fortschreitenden Technisierung in den 1920er Jahren auf 65.000 bis 85.000 t pro Jahr erhöht werden. Doch schon 1927 führten wirtschaftliche Gründe zur Stilllegung und Flutung des Tagebaus.

 

Im März 1946 begannen die Arbeiten zum Wiederaufschluss des Tagebaus. Anlass dafür waren die wirtschaftliche Notlage nach dem Zweiten Weltkrieg und vor allem der Mangel an Brennstoffen. Bereits am 27. Juni 1946 wurde die Kohleförderung wieder aufgenommen. Wurde die Braunkohle in den voran gegangenen Jahren für Heizzwecke genutzt, wurde sie von da an hauptsächlich im nahe gelegenen Kraftwerk Hagenwerder verstromt.

 

Mit den Jahren entstand so in Berzdorf ein Großtagebau mit bis zu 3.200 Mitarbeitern, in dem zu Hochzeiten bis zu 50.000 t Braunkohle am Tag gefördert wurden. Die politische Wende im Jahr 1989/1990 brachte für den Tagebau Berzdorf erhebliche Veränderungen mit sich. Der Bedarf an Braunkohle ging in den Kraftwerken Hagenwerder zurück und somit reduzierte sich auch die tägliche Fördermenge des Tagebaus. Mit dem 28.12.1997 wurde die Kohleförderung eingestellt.

 

Die bereits seit 1994 laufenden Sanierungsarbeiten am Tagebau Berzdorf wurden mit der Beendigung der Kohleförderung auf den gesamten Tagebau ausgeweitet. Aufgrund der geologischen Gegebenheiten war es sehr aufwendig und eine große Herausforderung, die bergbaulich beanspruchten Flächen zu rekultivieren und für Naherholung, Forstwirtschaft und Naturschutz zu gestalten.

 

Aus dem Tagebaurestloch entstand zwischen 2002 - 2013 der Berzdorfer See, dessen Flutung mit einem Pegelstand von 186,5 m ü. N. N.im Februar 2013 beendet werden konnte.

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0